Anatomie trifft Kunst – Wiederbelebt mit Sandra Fleck und Harald Koeck

Am 12. Oktober 2026 wurde die Veranstaltung „Anatomie trifft Kunst“ von Univ. Prof. Dr. Marko Konschake, geschäftsführender Direktor des Departments für Anatomie, Histologie und Embryologie, und Mag. Dr. Christian Lechner, Präsident von ALUMN-I-MED, eröffnet.

Ein ungewöhnlicher Ort für eine ungewöhnliche Uraufführung der Inszenierung „Anatomie trifft Kunst WIEDERBELEBT“ im Hörsaal Anatomie der Medizinischen Universität Innsbruck. 

Die Symbiose aus Anatomie und Kunst verbindet seit Jahrhunderten das wissenschaftliche Verstehen mit der künstlerischen Darstellung des menschlichen Körpers. Sie reicht von den bahnbrechenden Entdeckungen historischer Meister bis hin zu modernen Umsetzungen und Performances. Seinerzeit im „Theatrum Anatomicum“ in Leiden/NL 1593 wurden öffentliche Sektionen von Kriminellen zu einem regelrechten gesellschaftlichen Spektakel bei welchem Wissenschaft, Vorlesung und Inszenierung verschmolzen.

„Wiederbelebt“ durch eine zeitgenössische Uraufführung „Anatomie trifft Kunst“. Über 200 Interessierte besuchten diese Lesung und Performance der Wissenschaftsjournalistin Sandra Fleck und des Künstlers Harald Koeck im Hörsaal der Anatomie. Es wird die historische Tradition des Anatomietheaters aufgegriffen. Während medizinische Texte aus „Der Prosektor in der Westentasche“rezitiert werden, inszeniert Harald Koeck mit Studierenden der Medizin eine Performance „fluxus decalcomania“, bei der ein in Folie gehülltes anatomisches Modellskelett mit bunten Pigmentfarben auf ein Leichentuch abgeklatscht wird. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die literarische und historische Vorlage. 

Das Werk „Der Prosektor in der Westentasche“ aus dem Jahr 1894 von Dr. Heinrich Imbecillus führt das Publikum in historischen Versen welche eine Anleitung zur standardisierten Leichenöffnung (Sektion) darstellt. Die künstlerische Symbiose verbindet das Regiekonzept und die historischen Verse auf innovative Weise mit einer modernen Performance-Kunst.

Ziel der Inszenierung ist es, den toten menschlichen Körper zu enttabuisieren. Als kreatives Duo hinter dem Projekt stehen Sandra Fleck und Harald Koeck.  

Die Entwicklung zur Entstehung der Inszenierung verweisen auf das Atelier 455 in der Zieglergasse (Wien/Neubau), wo das Stück in einer speziellen „art dependance“ ausgearbeitet wurde und die Proben stattfanden.

Nach dieser besonderen Veranstaltung kamen die Anwesenden noch im Lernstudio der Anatomie auf ein Glas Wein oder Saft zusammen. Auch das gefertigte Abklatschbild wurde dort präsentiert.

Text: Harald Koeck

Fotos 1, 2, 4: © Harald Koeck

Foto 3: © MUI/Barbara Hoffmann-Ammann

Abb. 1: Univ.-Prof. Dr. Marko Konschake bei der Begrüßung der über 200 Anwesenden.

Abb. 2: Mag. Dr. Christian Lechner stellt ALUMN-I-MED vor und lädt die Anwesenden ein, unserem Verein beizutreten.

Abb. 3: Die Protagonst:innen des Abends gemeinsam mit Prof. Konschake und Dr. Lechner. 

Abb.4: Das gefertigte Abklatschbild.

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